Alpenländischer Baustil

Es gibt Fertighäuser in einem zeitlosen, klassischen Stil, die man in den USA ebenso findet wie in Deutschland oder Österreich. Aber es gibt natürlich auch landestypische Häuser wie etwa jene mit einer „Porch“, also einer umlaufenden Veranda und einer Terrasse vor und hinter dem Haus. Das ist typisch USA. Das alpenländische Haus mit Holzfassade, großem Holzbalkon (und Geranien-Blumenkästen), Fenstern mit Fensterläden aus Holz, das ist typisch Bayrisch und auch typisch Österreichisch, wenn auch nicht in jedem dortigen Bundesland.

Der alpenländische Baustil in Österreich, in der Schweiz und in Bayern ähnelt sich. Diese Häuser mit weit vorspringendem Satteldach und Holzfassaden wirken gemütlich. Sie strahlen sozusagen Geborgenheit aus. Keine Kuckucksuhr (auch wen sie in China hergestellt wurde), bei der der Kuckuck nicht aus einem typisch alpenländischen Haus hervorkommt, wobei wir den Baustil der Schwarzwälder Bauernhäuser auch diesem Baustil zuordnen, obwohl wir natürlich die Unterschiede kennen. Nach wie vor bauen die Fertighaushersteller in der BRD und in Österreich Häuser dieser Art, erstaunlicherweise auch in Regionen, die hunderte Kilometer von den Alpen entfernt sind. Das sind dann Häuser, in denen eine spezielle Gastronomie wie bei der „Steig-Alm“ im deutschen Westerwald Touristen anlocken soll, die Appetit auf Frittaten-Suppe, Apfelschmarrn, Semmelknödel und Obatzda haben und einmal nicht einen Rheinischen Sauerbraten konsumieren wollen. Das hier gezeigte „Tiroler Landhaus“ wurde im übrigen von dem Fertighaushersteller FINGERHUT gebaut, der im Westerwald ansässig ist. Das ist, grob gesagt, das Hügelland zwischen Bonn und Koblenz, 300 km von den Voralpen entfernt und aus dem Soldaten-Marschlied „Oh Du schöööner Weeesterwald“ bestens bekannt. Hier ist die höchste Erhebung gerade mal über 600 m hoch – eine „Höhe“, über die man im Berchtesgadener Land lächeln würde.