Besuch Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf, MdB
Regionale Wertschöpfung aus einer Hand und nachhaltige Holzbauweise zur Sicherung dauerhaft niedriger Energiekosten: Mit diesem pragmatischen Konzept gelingt es „Holzbau Bayern“ auch in Zeiten gestiegener Preise, Paare und Familien in „ihr“ FischerHaus zu bringen, erläuterte Inhaberin Barbara Fuchs ihrem politischen Gast am Montag. Stimmkreisabgeordnete Martina Engelhardt-Kopf (CSU), zugleich Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, kam vorbei, um sich über die Lage der Branche und die Situation im Wohnungs- und Einfamilienhausbau zu informieren.
Achim Hannott, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau, war eigens aus Bonn angereist und stellte der MdB aus Schwandorf sogleich eine Gewissensfrage: „Steht die Bundesregierung zum Einfamilienhaus?“ Englhardt-Kopf bejahte dies nachdrücklich. Der Koalitionsvertrag sieht neben der Sicherung und Fortsetzung bestehender Fördermaßnahmen eine Vereinfachung der KfW-Programme sowie eine Initiative zur Wohneigentumsbildung vor.
Das Einfamilienhaus müsse für Familien mit normalen Einkommen erschwinglich sein, waren sich die Abgeordnete und die Holzbau-Inhaberin einig. V.a. in Bayerns ländlichem Raum sei das eine Frage der kulturellen Identität, machte Englhardt-Kopf deutlich. Unternehmenssprecher Hubert Süß bestätigte diese Analyse. Gleichwohl nehme der Geschosswohnungsbau auch hier zu, weil staatliche Anreize wie die Kopplung zweier Abschreibungsmöglichkeiten (bei Häusern mit dem Qualitätssiegel nachhaltiges Gebäude (QNG) wirken. Daher habe Holzbau Bayern in den letzten Jahren seine Holz- und Holzhybrid-Kompetenz auch stark in dieses Segment eingebracht.
Hannott verwies darauf, dass eine lineare Sonderabschreibung (vier Jahre lang 5 % der Gebäudekosten), wie sie QNG-Vermieter erhalten, auch für Eigennutzer einen spürbaren Anreiz darstellen könne. Die KfW-Förderkredite sollten wieder deutlich günstiger vergeben werden als marktübliche Darlehen, ergänzte Süß.
Englhardt-Kopf fragte nach, ob aus Sicht der Fachleute eine Herabsetzung des förderfähigen Energiestandards von EH 40 auf EH 55 zielführend sei, um schnell zu mehr Wohneigentum zu kommen. Barbara Fuchs verneinte. Die Einsparung bei der Energie über den Lebenszyklus betrachtet sei deutlich. Einen Anreiz für eine qualitativ schlechtere Bauweise zu etablieren, halte sie für falsch – neben den Vorteilen für Klima und Geldbeutel auch deshalb, weil sich die Branche inzwischen auf das Energiesparen eingestellt hat.
