Mit raschen Strichen wirft sie einen Grundriss auf's Papier. Beugt sich über die Zeichnung, deutet mit dem Finger auf das darin entstandene Fenster "So hat der Raum mehr Licht" sagt Barbara Fuchs in warmem bayerischem Dialekt. Die Sonne zeichnet ein Fensterkreuz auf den Holzboden. Darum geht es ihr: Licht und Raum.
Schon als Kind hat sie Sonnen auf die Wände ihres Elternhauses im oberpfälzischen Mühlhausen gekritzelt. Heute ist Sie Managerin und als Innenarchitektin kreativer Kopf des Fertighausunternehmens FischerHaus. Aber der Weg in die Traditionsfirma im oberpfälzischen Bodenwöhr ging für Barbara Fuchs durch Hörsäle und über Bootsplanken. In der Kunsthandwerksschule in Nürnberg lernt sie Zeichnen und Schmieden, studiert in Rosenheim Innenarchitektur und wechselt nach dem Abschluss zur KaierWerft nach Saal. In der Werft an der Donau gründet sie mit 24 Jahren die Designabteilung. Zweieinhalb Jahre lang entwirft sie das Interieur von Luxusyachten. Die 31 Meter lange und 5 Millionen Euro teure "Perfect Harmony" war ihr Meisterstück. Ihre braunen Augen funkeln, wenn sie davon erzählt.
Willkommen an Bord, Leinen los: die Wellen schlagen von außen an die Bordwand, innen ist es großzügig, luxuriös, elegant. Die Sitzecken aus weißem Leder und die dunklen edlen Holzmöbel verstellen niemals den Blick aufs Meer. "Was möglich war, haben wir gemacht. Grenzen gab es keine", sagt Barbara Fuchs. Als ihr Vater, der Unternehmer Reinhard Fuchs, im April 2006 die Fertighausfirma FischerHaus in Bodenwöhr übernimmt, wechselt Barbara Fuchs wieder aufs feste Land. Mit ihrer Idee des Wohnens im Gepäck: viel Platz, viel Licht, viel Freiheit.
Tag und Nacht arbeitet sie an ihrem ersten eigenen Projekt, macht Entwürfe, verwirft sie wieder, fängt neu an. Mit dem mediterranen ToskanaHaus versucht FischerHaus architektonisch einen ganz neuen Weg- Das Experiment gelingt.
Barbara Fuchs lässt die Erinnerungen ihrer Reisen nach Sri Lanka und Thailand in das Haus einfließen. Es ist einfach, harmonisch, mit Feng Shui im Einklang. Auf dem quadratischen Grundriss des Hauses lassen sich die Wände beliebig verschieben und Räume öffnen. Das Haus soll nicht einengen, sondern Raum geben.
"Man erwartet Italien, macht die Tür auf und steht in Marokko - oder Japan." Wo auch immer die Bewohner zu Hause sind, das Haus ist es auch. Ein mediterranes Lebensgefühl trifft so auf fernöstliche Philosophie und integrierte High-End-Technik. Das Haus ist ihr Meilenstein. Jedes Wochenende kommen Dutzend Familien in den Musterhauspark, um es anzusehen. Yachten und Häuser werden erst geträumt und dann gebaut. Das haben sie gemeinsam, aber es gibt einen großen Unterschied: "Wer ein Haus bauen möchte, ist kein Scheich, der jeden Preis zahlt", sagt Barbara Fuchs. "Die Kunden haben eine Idee von ihrem Haus. Ich habe Ideen wie sie es bauen können." Auf die Frage "Wie kriege ich Licht in den Raum?" hat sie eine Antwort - und auf viele andere. Und mit jeder wird das Haus ein Stück wirklicher. "Wenn zwei sich entschließen ein Haus zu bauen, ist das ein großer Moment. Ein Haus ist mehr als ein Dach und vier Wände. Es ist etwas Kostbares", sagt Barbara Fuchs. Dabei denkt sie vor allem daran, wie Frauen bauen und wohnen. "Frauen wollen keine Baustelle, Frauen wollen ein Haus", sagt sie. Die Einrichtung vom Lautsprecher bis zur Wärmepume sei dazu da, das Leben einfacher zu machen. Frauen setzen voraus, dass alles funktioniert. "Sie denken weiter, über das Funktionieren hinaus", sagt Barbara Fuchs. Zum Beispiel an das Licht im Raum.
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